GEFD-Hauptexkursion 2026 nach Lothringen (Grand-Est, Frankreich)
30 April - 13:00 - 03 Mai - 15:00
FreeDie Hauptexkursion der Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands (GEFD) im Jahr 2026 führt – in Zusammenarbeit mit der Saarländischen Akademie für Artenkenntnis (SAKA) und der DELATTINIA – vom 30. April bis 03. Mai nach Lothringen. Schwerpunkte werden die Flora und Vegetation der Mosel-Schichtstufe (Côtes de Moselle) zw. Metz und Pont-à-Mousson sowie die Schichtstufenhänge der Maasstufe (Côtes de Meuse), des Maastals sowie des Moseldurchbruchs südlich und südwestlich Toul sein.
Am Anreise- und Abreisetag werden wir uns Kalk-Buchenwälder, Flaumeichen-Buschwälder, Felsheiden und Kalk-Halbtrockenrasen an der Bajocien (Dogger-Beta)-Stufe des Metzer Landes ansehen. Diese werden durch die Vorkommen von submediterran und subatlantisch verbreiteten Arten gekennzeichnet, die in Deutschland selten sind oder gar fehlen. Die Kalktriften der Stufenstirn zeichnen sich durch ein Mosaik aus Felsheiden, hochrasigen und kurzrasigen Trespenrasen aus. An den kurzrasigen und felsigen Stellen findet sich neben zahlreichen Orchideen immer wieder der Lothringer Lein (Linum leonii), den der Pfälzer Botaniker F.W. Schultz beschrieben und zur Ehren des lothringer Militär-Apothekers und Botanikers François Léo benannt hat.
Der Freitag ist der Flora und Vegetation der Zeugenberge der Maas-Schichtstufe nördlich Toul sowie dem Mosel-Durchbruchtal durch den Bois de Haye südwestlich Toul gewidmet.
Am Samstag werden wir uns schwerpunktmäßig die natürlich waldfreien Trockenrasen an den Prallhängen der Maas zwischen Vaucouleurs und Neufchâteau ansehen.
Die Exkursion wird mit eigenen PKW durchgeführt und ist auf 16 Teilnehmende begrenzt; eine Mitgliedschaft in der GEFD wird vorausgesetzt. Um sicherzustellen, dass genügend Mitfahrgelegenheiten vorhanden sein werden, bitten wir alle Teilnehmenden, bei der Anmeldung anzugeben, ob Sie mit PKW anreisen, und wieviele Mitfahrgelegenheiten im jeweiligen PKW bereitgestellt werden können.
Alle Teilnehmenden werden gebeten, sich in Toul oder dessen näherer Umgebung ein Quartier zu buchen. Da die Hotelunterkünfte dort eher begrenzt sind, werden wir nach Abschluss des Anmeldezeitraumes (Anfang März) eine Liste aller Teilnehmenden versenden, so dass es möglich ist, Fahrgemeinschaften zu bilden und gegebenenfalls gemeinsam genutzte Ferienwohnungen (gîtes) oder Übernachtungen mit Frühstück (Chambres d’hôtes) zu buchen.
Programm
(Änderungen vorbehalten)
Donnerstag, 30.04.2026
1. Lorry-lès-Metz: Bois des Prussiens et les Terres Blanches. Bajocien. Buchen-Eichen-Elsbeerenwald; Kalk-Halbtrockenrasen. Bemerkenswerte Arten (Auswahl): Ornithogalum pyrenaicum, Cornus mas, Ophrys sphegodes, Prunus maheleb, Teucrium montanum, Seseli montanum, Taraxacum Sect. Erythrosperma, Linum leonii, Scandix pecten-veneris,…
2. Ars-sur-Moselle: Les Cerisiers. Flaumeichen-Goldregen-Sukzessionwald an der Mosel-Schichtstufe. Bem. Arten (Auswahl): Daphne laureola, Laburnum anagyroides (autochthones Vorkommen), Orchis simia, Dioscorea (Tamus) communis, Cornus mas,…
Gemeinsames Essen: NN (Toul u. Umgebung).
Freitag, 01.05.2026
1. Toul/Pagney-derrière-Barine: Côte Barine. Zeugenberg der Maas/Oxford-Schichtstufe. Die Côte Barine erhebt sich als Zeugenberg ca. 2 km vor der Oxford-Stufe aus der Ebene des Woëvre. Der Stufenbildner der Oxfordstufe ist dort nur sehr kleinflächig anstehend, die Kalk-Magerrasen und Sukzessionswälder liegen weitgehend auf den Ton-Mergeln des Callovien. Bem. Arten (Auswahl): Thesium alpinum, Seseli libanotis, Laserpitium latifolium, Aster amellus, Crepis praemorsa, Serratula tinctoria, Polygala calcarea, Catapodium rigidum, Euphorbia verrucosa, Veronica orsiniana,…
2. Plateau d’Écrouves oder Plateau de Domgermain (je nach Zeit). Das Plateau der Stufe wird von oolitischem Kalken des Unteren und Mittleren Oxford gebildet, die stark zur Verkarstung neigen und demzufolge sehr widerständig gegen Erosion sind. Auf dem Plateau haben sich – im Bereich ehemaliger Militärgebiete – umfangreiche Kalk-Magerrasen bis heute erhalten. Bem. Arten (Auswahl): Alyssum alyssoides, Fumana procumbens, Rosa spinosissima, Orobanche teucrii, Polygala amarella, Phyteuma orbiculare, Teucrium montanum, Thesium humifusum, Veronica satureiifolia,,…
3. Moseldurchbruch südlich Villey-le-Sec. Durchbruchstal der Mosel durch den Bois de Haye im Dogger (Bajocien). Waldsaumvegetation, Magerrasen auf Moselschottern. Bem. Arten (Auswahl): Orobanche lutea, Medicago minina, Filipendula vulgaris, Galium wirtgenii, Scabiosa columbaria subsp. pratensis, Festuca cf. marginata
Gemeinsames Abendesssen bei Pierre la Treiche
Samstag, 02.05.2026
1. Pagny-la-Blanche-Côte, La Blanche Côte. Natürlich waldfreie Trockenrasen und Kalkschutt-Vegetation über lockerem, plattig zerfallendem periglazial entstandenem Kalkschutt des Mittleren Oxford. Die immer noch partiell instabile Lage hat eine mehr oder weniger gleichmäßige Neigung von fast 45°. Vorkommen einiger dealpiner Reliktarten. Bem. Arten (Auswahl): Anthericum ramosum, Iberis intermedia subsp. violletii (= I. violletii, I. linifolia subsp. violletii), Teucrium montanum, Blackstonia perfoliata, Seseli libanotis, Leontodon hyoseroides, Galium fleurotii (= G. timeroyi var. bretonii), Silene vulgaris subsp. glareosa, Allium sphaerocephalon, Orobanche teucrii, Seseli montanum, Veronica satureiifolia, Erysimum odoratum,…
2. Pagny-la-Blanche-Côte, Tête des Rousseaux (Côte sur le Preye). Ähnliche Geomophologie und Geologie wie die Blanche Côte, nicht ganz so ausgedehnt und steil. Ebenfalls Vorkommen zahlreicher bemerkenswerter Arten (Auswahl): Allium sphaerocephalon, Carex halleriana, Carex humilis, Erysimum odoratum, Seseli montanum, Veronica satureiifolia, Leontodon hyoseroides, Galium fleurotii (= G. timeroyi var. bretonii), Iberis intermedia subsp. violletii (dort selten!),…
3. Attignéville, Le Pontelon. Kalkmagerrasen-Komplex mit altem Dachplattensteinbruch. Bem. Arten (Auswahl): Cytisus decumbens, Seseli montanum, Orobanche teucrii, Orobanche lutea, Orobanche caryophyllacea, Centranthus angustifolius,…
Gemeinsames Essen: NN (Toul u. Umgebung).
Sonntag, 03.05.2026
1. Arnaville, Le Rudemont. Flaumeichen-Buschwald, wärmeliebende Gebüsche, Felsheiden, Kalk-Magerrasen an der Bajocien- (Dogger-) Stufe. Bem. Arten (Auswahl): Daphne laureola, Galium album subsp. pycnotrichum, Lactuca perennis, Legousia hybrida, Linum leonii, Limodorum abortivum, Medicago minima, Ophrys araneola, Orobanche teurii, Polygala calcarea, Orchis simia, …






















